
Geschichte der Esoterik von der Antike über die Renaissance bis in die heutige Moderne.
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Geschichte der Esoterik
Geschichte der Esoterik
Pythagoras (ca. 570 - 495 vor Christus) und die von ihm in Crotone (Italien) gegründete pythagoräische Bruderschaft, welche dem Schweigegelübte verpflichtet war, gelten im Allgemeinen als erste historische Vertreter der Esoterik im europäischen Sinne. Weitere nennenswerte Einflüsse waren das Verschmelzen der Philosophie der Griechen mit der Magie und Religion der Ägypter nach der Eroberung Ägyptens durch Alexander d. Grossen im Jahre 332 vor Christus. Aus dieser Verschmelzung erwuchs die sogenannte Hermetik. Die aber mit der Esoterik in Verbindung gebrachten Praktiken selbst lassen sich viel weiter geschichtlich zurück datieren: So geht zum Beispiel die Astrologie auf Lehren bzw. Teile der mesopotamischen Religion zurück und die älteste erhaltene Aufzeichnung der Planetenlaufbahnen, die so genannte Venus-Tafel von Ammishaduqa wird auf ca. 1650 vor Christus datiert. Der Gnostizismus, dessen Ursprung nicht eindeutig geklärt ist, jedoch selbst zu Beginn der heutigen Zeitrechnung in der bekannten antiken Welt vorzufinden ist und eine synkretische Synthese der zoroastrischen, griechischen, jüdischen und früh-christlichen Weltanschauung darstellt, gilt auch als ein wichtige Basis der Esoterik. Bis in die Renaissance hinein waren die gnostischen Sekten mit die wichtigsten Träger der esoterischen Lehren.
Im fortgeschrittenen Mittelalter (12. und 13. Jahrhundert n. Chr.) wurde das mystische und esoterische Denken durch den Einfluss der Kabbala stark beeinflusst, welches sich, losgelöst vom Judentum bald mit der hermetischen Weltanschauung verbindete.
In der Renaissance, in der man sich auf die Antike zurückbesonnen hat. erlebte die Esoterik einen neuen Höhepunkt oder zumindest Aufschwung. Die so genannten Rosenkreuzer traten hervor und lieferten die Grundlage für spätere Logen und Orden. Mit dem Rosenkreuzertum wurde die Alchemie zur dominierenden esoterischen Lehre. Ebenso entstammt der Tarot aus dieser Zeit. In der Zeit der Renaissance wurden zum ersten Mal in großem Umfang esoterische Schriften herausgegeben und verbreitet. Viele Intellektuelle der Renaissance gelten heute noch als wichtige Personen esoterischen Wissens. Zu nennen sind vor allem Jakob Böhme, Guillaume Postel, Heinrich Khunrath, und natürlich vielleicht sogar am wichtigsten Paracelsus.
Das Zeitalter der Aufklärung war in der Esoterik geprägt durch die Entstehung von geheimen Bruderschaften, Logen und Orden. Diese sind vor allem in den Ländern Frankreich und in England entstanden.
Im viktorianischen Zeitalter erlebten der Okkultismus und die verschiedensten Formen von Orakeln eine Hochzeit. Etwas gemäßigter war hingegen die Bewegung des Spiritualismus.
Während den letzten 150 Jahren hat sich die Esoterik eher zu einer Weltanschauung gewandelt, deren Anhänger sie oft als universalreligiös und allumfassend, sowie als Vereinigung der "inneren Lehren" aller Religionen sehen. Seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts und in einer zweiten großen Welle seit den 80er Jahren ist die Esoterik insbesondere im Kulturkreis des Westens zu einer Art Massenbewegung mit einer großen Breitenwirkung geworden, die viele auch widersprüchliche Teilströmungen beinhaltet.